Was Männer wirklich über Sex lernen sollten
Guter Sex dreht sich nicht nur um Technik, sondern vor allem um Aufmerksamkeit, Kommunikation und Vergnügen für euch beide.
Ich bin Simone von Happytoys und ich finde, dass sexuelle Aufklärung oft ziemlich einseitig ist. Wir lernen alles über Anatomie, Schwangerschaft und sexuell übertragbare Krankheiten, aber über Vergnügen, Kommunikation, Konsens und den Körper des Partners wird oft viel weniger gesprochen.
Und gerade da gibt es unglaublich viel zu entdecken.
Denn Sex ist natürlich viel mehr als nur Penetration. Es geht um Berührung, Spannung, Neugier, Kommunikation und vor allem: gemeinsames Genießen.
1. Kenne den Körper deines Partners
Eines der wichtigsten Dinge, die Männer lernen können, ist, dass der Körper einer Frau nicht nur auf Penetration ausgerichtet ist.
Die Klitoris spielt bei vielen Frauen eine wichtige Rolle für sexuelles Vergnügen und Orgasmen. Und was man von außen sieht, ist nur ein Teil der vollständigen Anatomie der Klitoris.
Zuhören ist wichtiger als ein Trick
Es gibt keine universelle Technik, mit der jede Frau zum Orgasmus kommt.
Die eine mag direkte Stimulation, die andere bevorzugt Berührungen um die Klitoris herum. Tempo, Druck und Rhythmus können zudem enorm variieren.
Deshalb ist die vielleicht beste Technik überhaupt:
auf den Partner hören.
Wenn jemand sagt, dass etwas angenehm ist, muss man nicht gleich etwas anderes ausprobieren. Bleib einfach bei dem, was sich gut anfühlt.
2. Sex ist viel mehr als Penetration
Eines der größten Missverständnisse über Sex ist, dass Penetration der wichtigste Teil wäre.
Aber Sex kann aus unglaublich vielen verschiedenen Formen von Intimität und Berührung bestehen.
Vorspiel ist keine obligatorische Zwischenstation
Küssen, Berühren, Massieren, Oralsex, Masturbation und die Verwendung von Sexspielzeug können alle Teil des Sexes sein.
Man muss sie nicht als eine Art Checkliste sehen, die man abhaken muss, bevor die „eigentliche Arbeit“ beginnt.
Es sind alles Wege, um gemeinsam Spaß zu haben.
Das nimmt zudem viel Leistungsdruck weg.
3. Der Orgasmus deines Partners ist keine Prüfung
Sex wird manchmal fast zu einem Wettbewerb.
Wer kommt zuerst zum Höhepunkt?
Wie lange hast du durchgehalten?
Hatte sie einen Orgasmus?
Aber Sex ist keine Prüfung, für die man am Ende eine Note bekommt.
Fokus auf Vergnügen, nicht auf Leistung
Manche Menschen haben schnell einen Orgasmus, andere brauchen mehr Zeit und manche Menschen kommen bei bestimmten sexuellen Erfahrungen überhaupt nicht zum Höhepunkt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der Sex fehlgeschlagen ist.
Der Ausgangspunkt sollte meiner Meinung nach sein:
Hatten wir beide eine gute Zeit?
Anstatt:
Habe ich meinen Partner zum Orgasmus gebracht?
Dieser Unterschied klingt klein, verändert aber die ganze Art, wie man Sex betrachtet.
4. Sexspielzeug ist keine Bedrohung
Manche Männer finden es aufregend, wenn ihre Partnerin einen Vibrator benutzt.
Vielleicht kommt sogar der Gedanke auf:
„Anscheinend bin ich nicht genug.“
Aber das muss überhaupt nicht so sein.
Ein Sexspielzeug kann sogar etwas hinzufügen
Ein Vibrator kann zum Beispiel bei der Klitorisstimulation helfen oder beim Sex gemeinsam verwendet werden.
Das bedeutet nicht, dass ein Spielzeug dich ersetzt.
Ein Sexspielzeug macht einfach etwas anderes als ein menschlicher Körper.
Bei Happytoys findest du deshalb nicht nur Spielzeug für den Solo-Gebrauch, sondern auch Sexspielzeug für Paare, mit dem ihr gemeinsam experimentieren könnt.
Und ehrlich gesagt finde ich das gerade schön: Warum sollte man nicht alle Möglichkeiten nutzen, um gemeinsam mehr Vergnügen zu entdecken?
5. Über Sex zu reden macht Sex besser
Dies ist vielleicht die wichtigste Lektion von allen.
Viele Menschen erwarten, dass ihr Partner von selbst weiß, was sie mögen.
Aber wie sollte jemand das wissen?
Frag einfach, was der andere angenehm findet
Du musst daraus kein ernstes Gespräch machen.
Eine einfache Frage kann schon genügen:
„Gefällt dir das?“
Oder:
„Möchtest du, dass ich weitermache?“
Oder:
„Soll ich es mal anders versuchen?“
Das ist kein Mangel an Selbstvertrauen.
Das ist gerade gute sexuelle Kommunikation.
6. Konsens ist keine einmalige Zustimmung
Zustimmung ist nichts, was man einmal zu Beginn einer sexuellen Erfahrung erhält.
Jemand kann etwas erst zustimmen und später doch seine Meinung ändern. Gute sexuelle Kommunikation bedeutet, dass man dafür Raum lässt.
Ein Ja bedeutet nicht automatisch Ja zu allem
Vielleicht mag jemand Küssen sehr gerne, möchte aber keine Penetration.
Oder jemand findet ein bestimmtes Sexspielzeug toll, ein anderes Spielzeug aber überhaupt nicht angenehm.
Das ist alles normal.
Frage also nicht nur:
„Willst du Sex?“
Sondern entdeckt gemeinsam:
„Worauf hast du Lust?“
Das macht Sex nicht weniger spontan. Es kann gerade viel spannender sein, weil man weiß, dass ihr beide bewusst diesen Moment wählt.
7. Man lernt sich immer besser kennen
Guter Sex ist nicht immer etwas, das man beim ersten Mal perfekt beherrscht.
Im Gegenteil: Das wäre auch ziemlich langweilig.
Wenn man öfter mit jemandem schläft, lernt man immer besser, was die Person angenehm findet. Man entdeckt, welche Berührungen wirken, welches Tempo angenehm ist und welche Dinge überhaupt nicht nötig sind.
Es gibt keine universelle Anleitung
Was bei der einen Frau wunderbar funktioniert, kann bei einer anderen Frau überhaupt keine Wirkung zeigen.
Deshalb wäre ich vorsichtig mit all den Online-Listen mit:
„Das ist DIE Technik, mit der jede Frau zum Orgasmus kommt.“
So funktioniert der Körper einfach nicht.
Dein Partner ist keine Bedienungsanleitung.
Dein Partner ist derjenige, den du am besten kennenlernen kannst.
Sexualerziehung darf viel umfassender sein
Als Simone von Happytoys denke ich, dass wir Jugendlichen und Erwachsenen viel mehr über Sexualität beibringen sollten.
Nicht nur über Anatomie und Fortpflanzung, sondern auch über:
Vergnügen
Was fühlt sich angenehm an? Wie entdeckt man, was man selbst mag?
Kommunikation
Wie sagst du, was du willst?
Zustimmung
Wie stellt man sicher, dass beide freiwillig und enthusiastisch teilnehmen?
Unterschiede zwischen Körpern
Warum funktioniert die gleiche Technik nicht bei jedem?
Sexspielzeug
Wie können Spielzeuge eine Ergänzung zum Solosex oder Sex mit einem Partner sein?
Das sind alles Themen, die zu einer viel positiveren Sicht auf Sexualität beitragen.
Und vielleicht die wichtigste Lektion: Sex muss nicht perfekt sein
Dein erstes Mal mit jemandem kann unbehaglich sein.
Ein Sexspielzeug kann sich anders anfühlen als erwartet.
Eine Technik, die im Internet als fantastisch bezeichnet wird, kann bei dir überhaupt nichts bewirken.
Und manchmal muss man beim Sex einfach lachen, weil etwas völlig Unerwartetes passiert.
Das gehört dazu.
Guter Sex entsteht durch gemeinsames Entdecken
Man muss nicht sofort alles wissen.
Man muss keine pornografischen Leistungen nachahmen.
Man muss nicht endlos weitermachen können.
Und man muss seinen Partner auch nicht so behandeln, als müsste man eine Prüfung bestehen.
Sei neugierig.
Höre zu.
Spreche.
Probiert etwas Neues aus, wenn ihr beide Lust dazu habt.
Und hört auf, wenn sich etwas nicht gut anfühlt.
Mein Rat als Simone von Happytoys
Wenn ich Männern, die besseren Sex haben wollen, eines mitgeben könnte, dann dies:
Versucht, euch weniger damit zu beschäftigen, wie gut ihr es macht, und mehr damit, wie ihr es gemeinsam erlebt.
Kennt den Körper eures Partners.
Vergesst die Penetration nicht, aber macht sie auch nicht zum Mittelpunkt von allem.
Sprecht über Sex.
Fragt, was sich gut anfühlt.
Nutzt ruhig ein Sexspielzeug, wenn ihr neugierig darauf seid.
Und denkt vor allem daran, dass Sexualität kein Wettbewerb ist.
Denn letztendlich ist der beste Liebhaber nicht derjenige, der die meisten Tricks kennt.
Es ist derjenige, der gut zuhört, neugierig bleibt und dafür sorgt, dass ihr beide Spaß habt.
Und das macht uns bei Happytoys natürlich sehr glücklich. ❤️
Liebe Grüße,
Simone
Happytoys – lieber Happy als Easy
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